Samstag, 17. Januar 2009

from Rainbow to Brilliant*

Ich bin umgezogen, mein neues Zimmer befindet sich in der Zhongtan Straße, im größten Compound von Shanghai - ich habe mir sagen lassen es sind um die 15 000 Menschen dir hier wohnen - also circa 3 mal Lübz. Alles sieht gleich aus. Die Häuser sind wie ueberall in China nach Sueden ausgerichtet, haben um die 40 Stockwerke - wobei das 4., 14., 24. und 34. nicht existiert - sowas wie die 13 in Europa - und haben seltsame Dachaufbauten. Die Chinesen wollen damit eine bessere Verbindung zum Himmel herstellen und das Beste, was man auf einem Dach platzieren kann, ist eine kreisförmige Öffnung: So wird es nämlich den Drachen erleichtert in das Haus zu fliegen. Ich habe nur kleine Türmchen.
Es gibt keine Heizungen, nur Airconditioner, die auch nach 2 Stunden die Raumtemperatur nur um 1 Grad gehoben haben - was auch daran liegen kann, dass Doppelverglasung und Isolation noch nicht ueberall angekommen sind. In den Erdgeschossen befinden sich Minisupermärkte, Friseure, Vermietungen... naja alles mögliche halt. Zu allem Überfluss heißt es auch noch Brilliant City. Vorher habe ich in der Rainbow City gewohnt, man kann jetzt streiten was besser ist...
Das Gute ist, es ist verdammt günstig, liegt auf halber Strecke zwischen Arbeit und meinen Lieblingsclubs und ich habe einen chinesischen Mitbewohner, namentlich Zhaojun oder auch Seven. Wie die Zahl:)


Freitag, 16. Januar 2009

Die Feihong Straße bis zum Heping Park

Wie es mir gerade geht? Gut!

Alles schoen, wie immer:) Die ersten Monate waren sicher noch aufregender und man gewoehnt sich an das Leben hier. Aber die Stadt ist nie gleich und verändert sich ständig. Man findet immer neue interessante Ecken, und grundsätzlich reicht es schon vor die Tuer zu gehen. Auf meinen 10 Minuten Weg zur Arbeit gehe ich durch ein altes Viertel, typisch Shanghai, mit Markt und hunderten Leuten. Jeden Tag sehe ich etwas anderes. Gerade hängen sie überall riesige Fische zum Trocknen auf und bieten die intensiv - roten Dekorationen für das chinesische Neujahr an. Neben all den tausend Sorten Gemüse, gibt es auch eine Menge Fleisch und vor allem Fisch, in allen Formen. Ganze Tiere nur braun gebraten oder alle erdenklichen Bestandteile von ihnen. Neulich stand ein Mann mit einer riesigen Schildkröte am Hacken da und wollte sie verkaufen... Ich glaube das ist aber eigentlich verboten, die stehen unter Schutz. Vor den klitzekleinen Häuschen sitzen Frauen mit einer Nähmaschine und reparieren alles was man noch reparieren kann, an einer anderen Straßenecke sitzt immer ein Mann mit all seinen Werkzeugen und repariert Roller und Fahrräder. Von dem nahe gelegenen Park kommen die alten Männer mit ihren zugedeckten Vogelkäfigen mit ihren Singvögeln darin. Und obwohl es eiskalt ist, wirklich sehr unangenehm, habe ich nicht festgestellt, das die Geschäftigkeit dieser Straße nur im Geringsten abgenommen hätte. Alles ist gleich. Die alten Leute sitzen in der Sonne und beobachten das Treiben, die Händler preisen wie immer ihre Waren an die Käufer beeilen sich nicht bei der ausgiebigen Begutachtung dieser.
Und das beste ist, nun da ich in einen anderen Stadtteil umziehe, das der Weg der gleiche bleibt: Die Metrostation an der ich ankomme liegt ja gleich neben meiner alten Wohnung.

Donnerstag, 1. Januar 2009

good luck to you



ist es oder ist es nicht... weihnachtlich?





...diese Bilder geben nur ansatzweise wieder, was sich hier gerade dekorativ abgeht. Als ich vorgestern durch das Stadtzentrum bin, hab ich doch tatsächlich einen haushohen Weihnachtsmann - Engel - Nussknacker Hybrid gesehen - leuchtend in Regebogenfarben. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber mal sehen, wenn er nicht noch motorisiert ist werde ich nochmal hinfahren und ein Beweisbild machen.

...andere Sichtweisen

Aus dem Zwischenbericht meines Inwent - Kollegen Christians, den ich hier ungefragt veröffentliche. Ist ja nur für Freunde. Ich kann manche Zustände hier schwer ausdrücken, also einfach lesen und mal von ner anderen Position Shanghai sehen - augenzwinkernd.

Der Verkehr ist gigantisch. In Shanghai bewegen sich Unmengen von Autos, Menschen und Elektrorollern (man nennt sie auch „den leisen Tod“). Wer es einmal erleben moechte mit seinem Fahrrad im Stau zu stehen bekommt hier die Moeglichkeit. Leider geraet das Verkehrssystem an seine Grenzen. Trotz ueberfuellter Kreuzungen fahren bei gruen weitere Autos darauf, sodass man gelegentlich fuenf Minuten mit dem Taxi auf einer verkeilten Kreuzung steht. Um jetzt noch Fussgaenger hindurch zu schleusen gibt es an jeder Ecke einer jeden groesseren Kreuzung die „Traffic-Assistants“. Sie, meist 80 Jahre und aelter, versuchen mittels kleiner roter Fahnen den Verkehr am fliessen zu halten. Leider erhalten sie keinerlei Beachtung oder Respekt seitens der Verkehrsteilnehmer. Generell herrscht hier die Regel: Wer ein Auto besitzt, ist gottesgleich. Fussgaenger auf dem Zebrastreifen an gruenen Ampeln lassen geduldig bei rot hinueberfahrende Autos vorbei. Diese erwarten allerdings auch das Recht fahren zu duerfen, sie sitzen ja im Auto. Hupen ist oberste Pflicht! Es ist egal ob ein Auto an Position zwei oder einhundert im Stau steht. Gehupt wird trotzdem. Gerade wenn der Vordermann mehr als einen halben Meter Platz zu seinem Vordermann laesst. Welche eine Verschwendung der knappesten Ressource. Folglich ist es in Shanghai tagsueber und auch nachts sehr sehr sehr laut. So zuvorkommend das chinesische Volk ist, treffen 20Millionen Shanghainesen auf einander, denkt jeder nurnoch an sich selbst.


Christian hat sich den 'Chinesen ansich' auch ganz genau angeguckt und sehr informative Texte verfasst;)

Der Chinese ansich ist allerdings ein stets hoeflicher, respektvoller, aufmerksamer und zuvorkommender Mensch. Er erkennt sofort, wenn ein Auslaender sich nicht zurecht findet und versucht trotz stark begrenzter bis nicht vorhandener Englischkenntnisse zu helfen. Und versteht der Auslaender die Wegbeschreibung nicht, ist es fuer den Chinesen kein Problem ihn einfach bis zum Ziel zu begleiten. Seine groesste Motivation dahinter ist der Kontakt zu einem Auslaender. Generell ist der Grossteil der Chinesen sehr am Kontakt mit Auslaendern interessiert. Es wird sich gerne ueber Kultur, Essen und Wetter unterhalten. In hoeheren Kreisen wird gerne die Oeffnung Chinas zum „Westen“ hin angesprochen und dier Erwartungen beider Laender ausgetauscht.

Der Chinese ansich eignet sich gerne neues Wissen an. Er ist generell an neuen Dingen interessiert. Ergibt sich die Chance Englisch zu lernen wird gerne mal bis spaet abends nach der Arbeit etwas dafuer getan. Somit entstehen viele Sprachaustaeusche. Am Wochenende treffen sich Chinesen und Auslaender zu English- und Chinese-Corners auf von der Stadt festgelegten Plaetzen. Diese sind immer gut besucht und alle auf freiwilliger Basis.

Dem Chinesen ansich sollte man nie etwas ueber deutsche Arbeitsverhaeltnisse, Gehaelter und Urlaubstage erzaehlen. Laut chinesischem Vertrag bekommt man hier im Schnitt rund 2000-3000RMB im Monat, bei 5 Urlaubstagen im Jahr. Krankheitstage entsrpechen Urlaubstagen. Gleiches gilt fuer ALLE anderen Tage an denen man nich auf der Arbeit ist. Generell ist zu sagen, dass man keinesfalls ueber das eigene Heimatland oder die Volksrepublik China schlecht reden soll.


Der Chinesische Arbeiter ansich ist auch bereit eine Nacht durchzuarbeiten. So etwas kam in meinen ersten drei Monaten in der Firma schon mehrere Male vor. Auch Muetter von zwei Kindern arbeiten von frueh morgens bis spaet abends. Teilweise bis nach acht Uhr abends. Eine unglaubliche Performance wird in China an den Tag gelegt.

Allerding bleibt zu erwaehnen, dass der Chinese ansich nicht sehr selbstaendig arbeitet. Er tut lediglich das, was ihm gesagt wird. Nichts darueber hinaus. Einige Ausnahmen natuerlich ausgeschlossen.

Sonst bleibt nurnoch zu sagen, dass alles nach dem Vorgesetzten bzw. Chef ausgerichtet ist. Spontane Vorschlaege werden als direkte, beste Loesung angenommen und umgesetzt. Es ist mir in China noch nie bekannt geworden dass die Entscheidung oder der Vorschlag des Vorgesetzten auch nur ansatzweise hinterfragt wird.


Und zum Thema Essen...

Restaurants, die man in Deutschland niemals betreten wuerde, befinden sich hier ueberall. Es ist alltaeglich dass man an Strassenstaenden isst oder in eines der unzaehligen, kleinen und unscheinbaren Restaurants geht. Um die essenstechnisch besten Erfahrungen zu machen, die China zu bieten hat, muss man wirklich offen fuer alles sein. Voreingenommenheit ist fehl am Platz! Auch wenn es nicht so scheint, sind die Restaurants in meist sauberen Zustand, die Zutaten frisch und das Essen schmeckt extrem gut. Leider bietet Shanghai in Sachen Essen nicht so viele Experimentiermoeglichkeiten wie Xi’an oder Peking. Wer Peking besucht sollte die Wangfujing Lu aufsuchen. Hier gibt es Spiesse mit lebenden Skorpionen, Seepferdchen, Baumkaefern und einigem anderen. Alles frisch vor dem Verzehr natuerlich frittiert, versteht sich.

Samstag, 20. Dezember 2008

Dezember und Weihnachten

Hey... Ich habe lange nichts mehr geschrieben, und nun ist fast Weihnachten...
Mein erstes Weihnachten nicht zu Hause. Aus der Ferne betrachtet ist es etwas anderes: Ich sehe nicht all das Zeug drumherum und den jährlichen Zirkus, ich denke daran, dass es ja wirklich um das Zusammenkommen geht. Und wenn weil ich das jetzt hier so klar feststelle, finde ich Weihnachten wieder prima:) Leider muss ich arbeiten, und überhaupt ist es der unpassendste Ort um in solche Stimmungen zu verfallen. Auch wenn sich die Chinesen alle Mühe machen, den Brauch zu importieren - oder nein, eigentlich nur dir chinesischen Geschäftsleute... Die Transformation der Dinge in diesen Kulturkreis ist bizarr. Ich werde ein paar Bilder machen.